Erzbischof Omar Alberto Sánchez Cubillos betonte, wie sehr das Charisma der SMB für seine Diözese weiterhin gebraucht wird. Br. Jackson Mutua aus Kenia, in Simbabwe ausgebildet und unter den Ersten mit zeitlichem Versprechen, wurde für eine missionarische Ausbildungsetappe nach Popayán entsandt.
Das Interview wurde vorbereitet von Arulpragash Anton und Igor Kopeykin.
Bruder Jackson, was hat Sie dazu bewogen, das missionarische Leben in der Missionsgesellschaft Bethlehem zu wählen?
Ich würde meine Berufung als einen Ruf beschreiben: zu lieben, zu dienen und Zeugnis für Christus über kulturelle Grenzen hinweg abzulegen. Zum missionarischen Leben hat mich vor allem der Wunsch geführt, Gott und den Menschen zu dienen, besonders dort, wo das Evangelium weniger bekannt ist. Der missionarische Geist der SMB und ihre Verbundenheit mit der Weltkirche haben mich dabei tief angesprochen.
Wie hat Ihre Ausbildung in Simbabwe Ihre Identität als Missionar geprägt?
Sie hat mich geistlich, intellektuell und pastoral geformt. Sie hat mir Disziplin, Anpassungsfähigkeit und ein tieferes missionsbezogenes Bewusstsein vermittelt, das in Christus verwurzelt ist. Ebenso wichtig war das Gemeinschaftsleben, das meine Berufung bis heute trägt.
Was ist gegenwärtig Ihr pastoraler Dienst in Kolumbien?
Ich bin in pastoralen und gemeinschaftsbezogenen Aufgaben tätig. In Medellín besuche ich Ausbildungskurse, lerne intensiv Spanisch, helfe bei der Austeilung der Eucharistie in der Pfarrei Johannes XXIII. und beteilige mich sonntags an Besuchen bei Kranken in einem nahegelegenen Spital.

Wie haben Sie sich an die neue Kultur und die neue Sprache in Kolumbien angepasst?
Durch Geduld, Offenheit und Demut. Spanisch zu lernen, bleibt eine Herausforderung, aber der Kontakt mit der lokalen Gemeinschaft hat mir geholfen, mich Schritt für Schritt zu integrieren und den Reichtum dieser Kultur schätzen zu lernen.
Was sind die wichtigsten pastoralen Herausforderungen, denen Sie in Kolumbien begegnen?
Die Sprachbarriere und die kulturellen Unterschiede sind die grössten Herausforderungen. Sie verlangen Geduld, Offenheit, Feingefühl und Kreativität in der Evangelisierung.
Welche Unterschiede und welche Gemeinsamkeiten sehen Sie zwischen Kenia und Kolumbien im Hinblick auf Glauben und Kultur?
Beide Länder sind von einem lebendigen Glauben und einem starken Gemeinschaftssinn geprägt. Zugleich findet der Glaube in jeder Kultur einen eigenen Ausdruck. In Kolumbien haben mich besonders die Gastfreundschaft, die Freude am einfachen Leben und die Stärke der Gemeinschaft beeindruckt. Das hat mich neu daran erinnert, dass Mission immer ein gegenseitiger Austausch ist – ein Geben und ein Empfangen.
Wie gehen Sie als Missionar an einen interkulturellen Dienst heran?
Ich versuche, jeder Gemeinschaft mit Respekt, Offenheit und echter Lernbereitschaft zu begegnen. Ich beginne mit Zuhören, mit dem Aufbau von Beziehungen, und ich versuche, das Evangelium so zu teilen, dass es in der jeweiligen Kultur verstanden werden kann und zugleich seinem Kern treu bleibt.
Welche Botschaft möchten Sie jungen Menschen mitgeben, die über eine missionarische Berufung nachdenken?
Habt keine Angst, dem Ruf Gottes zu folgen. Vertraut ihm, und er wird euch den Weg weisen.
Wenn Sie Ihren missionarischen Weg in einer einzigen tiefen Erkenntnis zusammenfassen müssten, wie würde diese lauten?
Gott wirkt kraftvoll durch jene, die mit offenem Herzen dienen.
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