SMB-Mitglied Jean de Dieu Twagirimana hat diese Masterarbeit der Fakultät für Kunst- und Geisteswissenschaften der Universität Freiburg (CH), Fachbereich Philosophie, vorgelegt und am 27. März 2026 erfolgreich verteidigt.
In seinen Schlussüberlegungen schreibt Jean de Dieu Twagirimana u. a. Folgendes:
«Die Wechselwirkung zwischen den Philosophien von Machiavelli und Kant kann uns zu einem differenzierteren Verständnis der ethischen und politischen Dimensionen des Krieges führen. Wenn wir über die Zukunft des ethischen und politischen Diskurses nachdenken, ist es unerlässlich, einen Ansatz zu befürworten, der den Krieg nicht einfach als notwendiges Übel akzeptiert, sondern seine Legitimität durch eine strenge, ethische Linse infrage stellt. Dieses philosophische Engagement kann den Weg für eine tiefgreifendere Transformation in der Herangehensweise der Staaten an Konfliktlösungen ebnen und die Notwendigkeit eines Gleichgewichts zwischen den Sicherheitsimperativen des Staates und der moralischen Verpflichtung zur Verteidigung der Menschenwürde hervorheben. Die Synthese von Machiavellis und Kants Ideen unterstreicht die Bedeutung ethischer Überlegungen bei der Gestaltung der Zukunft der internationalen Beziehungen. Angesichts zunehmend komplexer globaler Herausforderungen kann die Integration dieser philosophischen Perspektiven in unser Verständnis von Krieg einen unparteiischeren und gerechteren Umgang mit Konflikten fördern. Dabei können wir anstreben, eine politische Sphäre zu schaffen, die Menschenrechte und ethische Verantwortung priorisiert, und so auf eine Zukunft zusteuert, in der Rechtfertigungen für Kriege fest in moralischen Prinzipien und nicht in opportunistischen, politischen Berechnungen verankert sind. Ein solches Engagement ehrt nicht nur das Vermächtnis von Machiavelli und Kant, sondern stellt auch einen wesentlichen Schritt dar, um die ethischen Dilemmata anzugehen, die in der heutigen Welt fortdauern.»
Dieser Abschluss der persönlichen Schlussreflexion von Jean de Dieu Twagirimana geht in die Richtung der Aussage von Papst Leo XIV. in seiner Enzyklika «Die grossartige Menschheit» (Magnifica humanitas) vom 15. Mai 2026, in der er Folgendes schreibt:
«Heute ist es – unbeschadet des Rechts auf legitime Verteidigung, die im engsten Sinn zu verstehen ist – wichtiger denn je, die Überwindung der Theorie des ‘gerechten Krieges’ zu bekräftigen, die allzu oft herangezogen wird, um alle möglichen Kriege zu rechtfertigen.»(Ziff.192)

Jean de Dieu Twagirimana
Jean de Dieu Twagirimana aus Ruanda studiert zurzeit noch Theologie an der Universität Fribourg und hat das zeitliche Versprechen für zwei Jahre als Mitglied der Missionsgesellschaft Bethlehem abgelegt. Er lebt im SMB-Haus Torry in Fribourg.
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