Abschied von Anton (Tony) Wey (* 24.03.1936; † 08.04.2026), Bethlehem-Missionar SMB.
«Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.»
Lebensdaten
| Geboren | 24.03.1936 |
| Priesterweihe | 07.04.1963 |
| Progymnasium Torry, Fribourg: Lehrer | 1964–1966 |
| Rhodesien/Simbabwe: | |
| Seelsorger in Chiredzi, Mutero, Zvishavane und Gweru | 1968–1993 |
| Driefontein: Regionaloberer der SMB | 1993–2001 |
| Seelsorger in Holy Cross und Kwekwe | 2001–2009 |
| Driefontein: Regionaloberer; Seelsorger | 2009–2026 |
| Verstorben | 08.04.2026 |
Würdigung von Josef Christen SMB
Liebe Trauerfamilie Wey, liebe Schwestern und Brüder des Auferstandenen Herrn,
wir, hier und jetzt im Gottesdienst, und viele Menschen in Zimbabwe, trauern um Anton Wey.
Fr. Anthony Wey hat am 8. April von uns für immer Abschied genommen, ganz plötzlich auf dem Gang zum Gottesdienst in Driefontein, Zimbabwe. Dort hat er mit Mitbrüdern in den letzten Jahren gelebt.
Tony wuchs in Geuensee/Luzern auf, in einer bäuerlichen Welt und grossen Familie. Seine Ausbildung absolvierte er an verschiedenen Orten. Das Gymnasium besuchte er auf dem Gottschalkenberg, Kanton Zug, und St. Michel in Fribourg. Es folgten zwei Jahre Theologiestudium in Luzern. 1960 trat er unserer Missionsgesellschaft SMB bei und drei Jahre später erhielt er die Priesterweihe. In Bruxelles (Brüssel) studierte er zunächst Pastoraltheologie und war dann drei Jahre lang in Torry, Fribourg, im Schuldienst tätig. Natürlich wollte er keineswegs in der Schule hängen bleiben. Es zog ihn nach Afrika, wo ja bereits zwei seiner Brüder tätig waren, P. Paul im Kongo und Henry, Br. Cheruwa genannt, in Simbabwe. Tatsächlich durfte er 1967 nach Rhodesien, dem heutigen Zimbabwe, ausreisen. Eine grosse Freude erfüllte sich für ihn.
Jetzt, in einem ganz neuen Land, erlebte Tony seine eigentliche Berufung und konnte sich als Missionar und Seelsorger entfalten. Aber zuerst ging es an das Erlernen der Shona-Sprache. In diesem afri-kanischen Land kam er an vielen Wirkungsorten als Missionar und Seeslorger zum Einsatz. Ich nenne hier einige Pfarreien, für die er verantwortlich war:
Chiredzi im Süden von Simbabwe, Mutero, Zvishavane, Kathedral-Pfarrei Gweru, Holy Cross, Kwekwe und Driefontein.
Was zeigt uns das? Tony war ein beliebter und fähiger Priester, Pfarrer und Missionar, konnte gut vermitteln und war teamfähig. Er sprach sehr gutes Shona. Viele sagten: «Tony ist ein feiner Mu-davanhu, einer, der die Menschen gern hat, und ein eifriger Seelsorger».
Der Bischof traute ihm vieles zu, auch schwierige Pfarreien. Die Mitbrüder wählten ihn mehrmals als Regionaloberen.
Tony sass nicht nur im Büro. Er liebte es, in die Dörfer zu gehen und dort die Leute zu besuchen. Vielen Menschen half er als Seelsorger und hatte ein gutes Herz für die Armen, wurde aber auch hintergangen. Manchmal bemerkte er es nicht, oder erst später. Tony betrachtete seine Berufung als Dienst am Menschen, verfügbar zu sein für die anderen.
Wie könnte man das Leben von Tony zeichnen, beschreiben? Er liebte Ruhe, ei-nen klaren Rahmen, Zeit für Gebet und Meditation und hatte eine gesunde Bescheidenheit. Er war nicht der Macher, nicht der Mann für Projekte. Nein, bei ihm ging es überlegt, gemächlich, recht langsam, abwarten und sehen, wie die Sachen sich entwickeln, ja keine Schnellschüsse, langsam im Entscheiden und vor allem ruhig bleiben.
Tony war ein solider, vertrauenswürdiger Mensch und wirkte ausgeglichen. Er holte sich spirituelle Hilfe, auch in der Bewegung «per mondo meljore», Englisch: «Movement for a better world». So ging er oft auf Kurse in die Stadt. Ein Mitbruder, der ihn oft besuchen wollte und erfahren musste, dass Tony wieder weg war, sagte: «Well, Anthony Wey is always away!»
Tony erlebte auch die Gefahr und Angst des Krieges, besonders als er in der Pfarrei Mutero war. Seine ruhige, bestimmte und überlegte Art half dem ganzen Team während dieser Kriegszeit.
Hatte Tony auch Humor? Nicht auf die gleiche Art wie sein Bruder Henry. Aber Tony’s Humor war trocken und treffend mit Sprüchen. Er jasste auch gerne und reagierte gelassen, wenn sein Jasspartner grobe Fehler machte.
In Driefontein, wo er im Regional- und Emmaushaus die letzten Jahre verbrachte, hatte er verschiedene Wechsel zu verkraf-ten. Schwester Margrith Achermann, die mehr als 20 Jahre Hausmutter war, wurde letztes Jahr nach Johannesburg, Südafrika, berufen. Auch die einheimischen SJI-Schwestern mussten ebenfalls das Regio-nalhaus verlassen. Es kamen die jungen afrikanischen Kandidaten für unsere SMB mit eigenen afrikanischen Leitungspersonen. Tony hatte sich diesen grossen Wechseln erstaunlich positiv gestellt.
Er durfte am 24. März 2026 noch seinen 90. Geburtstag feiern. Am 8. April 2026 verstarb er plötzlich.
Wir trauern um ihn, denn Tony war ein liebenswerter, loyaler und pflichtbewusster Mitbruder.
Tony darf nun das neue Leben bei seinem Meister in der grossen Osterfreude erleben.
Sr. Monika Madyembwa aus Simbabwe schrieb in einem Kondolenz-E-Mail: «Heartfelt condolences on the death of our dear Fr. Anthony Wey. Memories of his gentleness, warmth and generous service will never fail.»
Und wir sagen: «Wir danken Dir, Tony, für Dein missionarisches Leben und Zeugnis. Lebe nun in der Freude Gottes, in seinem Friedensreich. Chisarai, Baba Anthony, Mugare no Rufaro rwa Mwari. Ciao, ciao, Tony.»
